Rufnummermitnahme

Viele Besitzer von Prepaid Karten denken früher oder später über den Wechsel zu einem Postpaid Tarif nach. Sei es, weil bestimmte Flatrates locken, oder weil sich jemand einfach keine Gedanken mehr über vorhandenes Guthaben machen möchte. In der Regel möchten Mobilfunknutzer dabei aber auch ihre eigene Rufnummer behalten, was dank gesetzlicher Regelungen heutzutage auch problemlos möglich ist.

Soll die Rufnummer der alten Prepaid Karte in einen neuen Postpaid Tarif übernommen werden, gibt es jedoch einiges zu beachten. Bevor die Rufnummer übertragen werden kann, muss der alte Vertrag beim bisherigen Anbieter gekündigt werden. Dabei müssten eigentlich auch Kündigungsfristen beachtet werden, Prepaid Nutzer profitieren hier aber natürlich davon, dass keine Vertragslaufzeit besteht. In diesem Fall reicht also eine einfache Verzichtserklärung, die dem Anbieter per Fax oder per Post zugeschickt werden kann. Sobald die Nummer freigegeben wird, kann der neue Anbieter sie für den Postpaid Tarif übernehmen. Dieser Prozess kann jedoch, je nach Anbieter, zwischen zwei und vier Wochen dauern. Einige Dienstleister gewähren dem Kunden in dieser Zeit eine vorübergehende Rufnummer.
Eine Rufnummernmitnahme verursacht auch gewisse Kosten, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden können. Der Gesetzgeber legte jedoch fest, dass die Kosten für die Rufnummernmitnahme nicht abschreckend sein dürfen. Die Obergrenze der anfallenden Kosten wurde daher ursprünglich auf 29,95 Euro festgelegt. Durch das zwischenzeitliche Anheben der Mehrwertsteuer stieg der Betrag auf 30,72 Euro. Nicht selten machen Anbieter von diesem Maximalbetrag Gebrauch. Die Zahlung erfolgt je nach Anbieter unterschiedlich. Einige sind mit einer Überweisung einverstanden, andere Anbieter wollen den Betrag zwingend vom Guthaben der Prepaid Karte abbuchen. Kunden sollten sich hier vorher über die Zahlungsmodalitäten informieren, denn schlägt die Abbuchung vom Guthaben fehl, kann sich der Antrag auf Rufnummernmitnahme deutlich verzögern.

Wer seine Rufnummer innerhalb des gleichen Anbieters portieren möchte, könnte auf Probleme stoßen. Ein solches Szenario hat der Gesetzgeber leider nicht vorgesehen. Zwar kann der Anbieter aus Kulanz die alte Nummer auf einen neuen Postpaid Tarif übertragen, er ist dazu jedoch in keiner Weise verpflichtet. Wird die Rufnummernmitnahme verweigert, hat der Kunde also keine Chance, dagegen anzukämpfen.
Es gibt trotzdem einen Umweg um die Rufnummer auch beim gleichen Anbieter zu behalten. Dazu muss zuerst eine Prepaid Karte bei einem anderen Anbieter gekauft werden, auf die die alte Nummer übertragen wird. Von dieser Prepaid Karte, die ja jetzt von einem anderen Anbieter stammt, kann die Nummer dann wieder zum vorherigen Anbieter übernommen werden. Allerdings werden dabei natürlich hohe Kosten von bis zu 60 Euro fällig.
Wer bei einem Wechsel zu einem neuen Provider wechselt, der jedoch das gleiche Netz nutzt, gibt es übrigens keine Probleme. Wichtig ist nur der Vertragspartner, welches Mobilfunknetz genutzt wird, spielt keine Rolle.

Es gibt generell viele gute Gründe für eine Rufnummernmitnahme, im Einzelfall sollten sich Kunden aber überlegen, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Moderne Handys bieten auch die Funktion, beispielsweise eine SMS an mehrere Empfänger gleichzeitig zu senden, so kann eine Rufnummernänderung schnell und unkompliziert allen Freunden und Bekannten mitgeteilt werden. Wer jedoch ohnehin von einem Anbieter zu einem anderen wechselt, für den ist die Mitnahme der Rufnummer natürlich problemlos möglich, lediglich die anfallenden Kosten sollten schon im Voraus fest eingeplant werden. Der neue Anbieter könnte sogar eine Bearbeitungsgebühr berechnen, im Normalfall wird darauf jedoch verzichtet. Bei Abschluss eines Neuvertrags werden teilweise sogar Boni angeboten, die die Kosten beim alten Anbieter kompensieren sollen. Doch auch hier finden sich natürlich wieder Unterschiede bei den einzelnen Mobilfunkanbietern.